Reflexionen

   

Die Lyrik Bertolt Brechts, Wandlungen - Tendenzen

Fachgruppenprüfung 1967, Zulassungsarbeit

Brecht, der in einem gewaltigen Alleingang die Legende vom schönen Sein liquidierte und die Fragwürdigkeit eingeschliffener Klischees heraufbeschwor, zeigt alltägliche Dinge in völlig neuer, ungewöhnlicher Beleuchtung. Dadurch erschüttert er die Welt unserer landläufigen Denkgewohnheiten.
Dies mag Grund genug sein, warum ich mich gerade zu einer Arbeit über Bert Brecht im Allgemeinen, über seine Lyrik im Besonderen entschloss.
Seine Gedichte liegen… inzwischen fast lückenlos vor. Produkte eines schroffen, phrasenlosen und unsentimentalen Intellektes. Bei genauerem Studium aber zeigen sich enorme Wandlungen und Tendenzen, deren Aufspürung mir viel Freude machte…Ich glaube mit Zuversicht, in die Bezüge dieses großen Werkes eingedrungen zu sein.
November 1967, Buch 1, Fachgruppenprüfung 1967, Zulassungsarbeit,

Buch 1| November 1967
Vergriffen

 
 
   
  

Lerchensporn und Rattenschwanz oder Heimsuchungen in der Provinz

Gefesselt vom Amtsdschungel des Landratsamtswirrwarrs Waldshut

Man bedenke, dass ich diese Dokumentation zu Beginn des Jahres 1977 begann und am ersten März des gleichen Jahres abschloss. Das Schreiben des Manuskriptes benötigte keinerlei Aufschub, da die Originaldokumentation in einem Ordner lückenlos vorlag. Da ich wegen der Enttäuschungen über das Torpedieren meiner Aktivitäten unter Schlafstörungen litt, fertigte ich die Urschrift innerhalb dieser Zeit des Nachts zwischen 23 Uhr und zwei Uhr.
Erster März, 1977, Buch 5, Lerchensporn und Rattenschwanz oder Heimsuchungen in der Provinz

Niemand kann seine Grenze überschreiten; aber die dunkle Nacht der Seele öffnet sich dem, der unbeirrt ans Werk geht. Und so erscheint das Manuskript wenigstens als Dokumentation fast 20 Jahre später. Mit Sicherheit würde ich heute an Hand der Originalschriften intensiver ans Werk gehen.
Aber ich ehre durchaus den Erstentwurf, der inzwischen zur Historie geworden ist.
„Ich bin nichts, als der Augenblick eines ewigen Falles.“ (Louis Aragon)“

Buch 5| März 1977, 1. April 1994 Neuherausgabe
Vergriffen

 
 
   

Turnverein Stühlingen

Fakten und Aspekte aus der 90jährigen Vereinschronik

„Vergilbte Schriften, Protokollbücher ab dem Jahre 1906 bis heute, eine kurzgefasste Vereinschronik des verdienstvollen Ehrenturners Martin Harder waren meine Quellen, aus denen frühlingshafter Duft quoll.
Es ist wie ein Wunder: die alten, mit krakeliger Hand beschriebenen Blätter in gestochnerer Sütterlinschrift strahlen eine Begeisterung aus, die mir eine zunächst als lästig empfundene Arbeit zu einem erregenden Erlebnis werden ließen…
Zunehmend haben mich jene Männer fasziniert, die aus innerer Liebe heraus die Kraft besaßen, die Volkssache der Turnerei über die Klippen menschlicher wie sachlicher Unzulänglichkeiten zu führen, die jene Opferbereitschaft, jenes Augenmaß bewiesen, die galoppierenden Verrottungsprozesse unserer Gesellschaften mit beschränkter Haftung aufzuhalten…“

Buch 12| September 1982
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Schattenrisse der Teufelsküche

 

„Im Gedenken an die in diesen Tagen auf unbegreifliche Weise abberufene Künstlerin und geistige Freundin, Frau Cilly Niehüser.
Sie streute Blumen in diese unwirtliche Welt. Ein Mensch der Hoffnung, nicht der Resignation.
Die alltäglichsten Geschehnisse aus dem Sumpf der Belanglosigkeiten ans Licht ziehen und sie, sofern die die ‚Teufelsküche‘ betreffen, für wichtig erachten, das ist der Sinn dieser Schrift. Was wir ‚Geschichte‘ nennen, besteht aus Geschichten, und die leisen, aber umso eindringlicheren Erlebnisse in der ‚Teufelsküche‘ sind Teil einer Geschichte.
Erzählen, Deuten, Handeln, das waren schon immer drei Verben, mit denen ich unbegreiflicherweise Menschen beunruhigte… Mich hat der Teufel gelehrt, dass die meisten Schriften auf dieser Welt nichts anderes sind als schnöder Zierrat, um die Wahrheit zu verbergen.
Es ist immer der Blickwinkel, der unsere Wahrheiten subjektiviert.
Wer auf dem Kopf zu gehen verstünde, lässt Büchner seinen ‚Lenz‘ sagen, hätte den Himmel als grausigen Abgrund unter sich, die Hölle aber als verheißungsvollen Ort über sich.
Da höre ich buchstäblich den Teufel auf seinen Stockzähnen grinsen. Und der liebe Gott schmunzelt, denn der hat Humor…
Diese Schrift hat durchaus egoistische Motive. Schreiben als Auseinandersetzung mit den Realitäten, als Möglichkeit der Festbindung, als Chance, Probleme dieser Welt in den Griff zu bekommen…
Ich stelle mich da hinter G. B. Shaw, der gesagt hat: „Was wir brauchen, sind ein paar Verrückte. Seht Euch doch an, wohin uns die ‚Normalen‘ gebracht haben.“

Buch 15| Oktober 1984
Vergriffen

 
 
   

Die Chronik der Stadtmusik Stühlingen

„Dieses Jubiläum sollte in unserer Raumschaft niemand unberührt lassen. Es ist meine Absicht, in der Darstellung falsche Töne zu vermeiden, keine Eitelkeiten aufkommen zu lassen, mioch aber umsomehr an die aufgeschriebenen Fakten zu halten bei glegentlicher persönlicher Stellungnahme.
Man sichert sich die Zukunft, in dem man die Vergangenheit ehrt. Wer 200 Jahre zurückblicken kann, darf dies mit Stolz tun. Das sind fast sieben Generationen, die es zu enthüllen gäbe… doch Protokollbücher, Rezensionen aus der Presse… standen lückenlos erst ab 1930 zur Verfügung. Alle Unterlagen vor diesem Zeitpunkt si8nd spärlich, brüchig, stark durchlöchert. So gleicht diese Chronik einer Ruine mit wenigen Fundamentsteinen….
Darum habe ich mich mit großer Lust der Erforschung der jüngeren Vereinsgeschichte zugewandt…
Musizieren gehört zu den Grundformen menschlicher Gastfreundschaft wie das Mahl, die Sinnenfreude, die Daseinslust, das Gedankenspiel. Die Geschichte unserer Stadtmusik zeigt glänzende Perioden, aber auch Risse, Krisen, Niedergang, Entzweiung, Auflösung werden sichtbar…
Es ist nicht Sinn einer Chronik zu schönen, im Sinne der Auftraggeber oder noch lebender Personen zu manipulieren. Die nackte Wahrheit findet nicht immer den Beifall jener, die irren.
Überall, wo Menschen sich zu Gemeinschaften verbinden, reiben sich die Geister. Das ist ein Privileg jener, die etwas zu bewegen imstande sind.
…blüht Blasmusik im Garten der Kultur. Sie trägt dazu bei, das Leben lebenswert zu machen; sie ist gemeinschaftsbildend, sie ist Lust und Freude für Auge und Ohr. Viele Kehlen sind’s, die sich zu einer Stimme vereinen.
Freizeitverlängerung schafft noch lange keinen Gemeinsinn. Die gepriesene #Steigerung des Lebensstandards hat uns heutige Menschen bequem gemacht. Die Massenmedien sind die Versuchung der Schlange im Paradies. Sich Berieseln –Lassen ist reiner Konsum, beinhaltet Manipulation, passives Versauern. Teilnehmen am Vereinsleben heißt, die verlockende Trägheit zu überwinden, der wir tagtäglich ausgesetzt sind. Der in einem Verein Tätige gibt eine Botschaft an die Nachgeborenen weiter.
Der Verein, ein Fenster, eine Brücke zum Nachbarn.
Sich in einem Verein zu bestätigen heißt, hinter der materiellen Welt eine geistige zu sehen, ein Vakuum auszufüllen…während Vereine lustvoll daran gehen, Leben in die Öde zu zaubern.
Die Oberen kokettieren mit Weltmaßstäben, schmähen das in der ‚Provinz‘ Gewachsene, betreiben eine Art elitären Ausverkauf – und setzen Fett an. Indessen wird in den Vereinen emsig, ernsthaft und ausdauernd gearbeit, purzeln die Aktivitäten allerorten aus der Zauberkiste froher Unbekümmertheit. Das schafft Hoffnung, Heimat.“

Buch 17| Juni 1985
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Annäherungen an die Türkei

Ein Reisetagebuch aus dem Jahr 1989

„Die hier aufgeschriebene Reise durch die Türkei mit einem Mietwagen hatte ihren Beweggrund nicht im Amusement, eher war es unsere Absicht, sich behutsam dem Land, seiner Natur, der Kultur, den Menschen zu nähern. Indem wir weitgehend die gestanzten Muster der Reisgruppen mieden, gelang es uns immer wieder, an das Wesen der Türkei heranzukommen. Wir ließen uns vom Unvergleichlichen, Leuchtenden ebenso anrühren wie vom scheinbar Geringsten, Nebensächlichen. Die Mühen des Dechiffrierens erwiesen sich immer dort als unüberbrückbar, wo uns der Ballast westlicher Überheblichkeit im Wege stand.
…da wir keine festen Pläne ausgearbeitet hatten, konnten wir in Unbekümmertheit an das Wesen ursprünglicher Erlebnisse herankommen. Beide schrieben wir regelmäßig Tagebuch, zudem fotografierte meine Begleiterin, während ich selbst skizzierte, eine Reihe von Pastellskizzen fertigte, die mir die wundersame Farbigkeit dieses einzigartigen Landes bewahren ließen.
Es war für mich ein Glücksfall, durch Frau HANNA RUTSCH aus Hagen am Teutoburger Wald ermutigt zu werden, die köstliche Reise mit ihr zu unternehmen. Vermutlich wäre ich sonst niemals in die Türkei gekommen und dadurch existentieller Schlüsselerlebnisse beraubt worden. Ich danke Hanna dafür, dass sie es vermochte, mich auf Zeit aus meinem heimatlichen Paradies zu lösen. Ihr seien diese „Annäherungen“ gewidmet.“

Buch 22| April 1991
Preis: 30 Euro

 
 
   

Von den Schwierigkeiten beim Schreiben der Chroniken...

...über die Stadtmusik und den Turnverein Stühlingen

„Der Meute entronnen, nun in paradiesischen Gefilden wohnend, gedenke ich des Glückes zu leben, „wo die stumme Natur werdende Tage sinnt. (Hölderlin)“

„Was ich schaffen wollte, war Kultur, Urbarmachung eines fündigen Bodens, den ich mit ehrbarer Gesittung beackerte…
Man trat also an mich heran und brachte eine Fülle von Unterlagen…
Ein Chronist hat das Geheimnis des Menschseins zu respektieren; er muss die Tiefe des Selbstseins jener Menschen nicht als gering erachten, die, gleichwohl an ihren Leib, ihre Triebe gebunden, ihre Befreiung im Tun für andere, im Erleben von gemeinsamen Aufgaben finden.
Ungeschrieben muss zwischen den Zeilen stehen, was Menschen in Gemeinschaft möglich machen, woran sie scheitern.
Sein und Sinn werden so erschlossen…
…er muss Gespür für das verwickelte Gewebe von Ereignissen entwickeln. Dabei sind die authentischen Vorgänge zu berücksichtigen, historische Verabsolutierungen sind zu vermeiden…
So war ich gezwungen, an den Quellen zu arbeiten…
Anfang 1985 lieferte ich das Manuskript ab… Zwei Mitglieder der Stadtmusik…sahen die Texte durch, um sie ohne die geringste Beanstandung in die Druckerei zu geben.
Für das Titelblatt hatte ich eine Zeichnung zu liefern.“

„Als ich vor Jahren zur Zeit der Krawalle durch Zürich flanierte, las ich an einem Holzzaun:
„Toleriere die Menschen, wie sie sind. Es gibt keine anderen.“
Und an einer anderen Stelle stand in gutem Schwyzerdütsch: „Guete Morge, Arbeitsviech.“
In diesen zwei trefflichen Aussagen liegt der Hund vieler gesellschaftlicher Erkrankungen begraben…
Blasmusiker sind in der Regel Dilettanten; das sind Besessene, die etwas aus Liebe, aus Begeisterung tun…
Der Blasmusiker…fühlt sich in bester Gesellschaft mit erstaunlichen Künstlern unserer Welt, etwa mit Leonardo da Vinci, dem Amateurphysiker Goethe, der sich dilettantisch mit Mathematik, Botanik, der Farbenlehre, dem Zwischenschieferknochen befasste…
Seit 200 Jahren steht unsere Stadtmusik im Dienste der Gemeinde, kaum eine Veranstaltung, in der sie nicht in ihrer Gesamtheit oder in Teilen zur besinnlichen Verschönerung beiträgt…
Ich preise das Leben der Bienen, die Geschäftigkeit der Ameisen, die Schönheit der Blumen, die Tiefen der Seele – und die Hingabe des Adolf Amann an Frau Musica wie auch aller, die sich um sie mühen.“

„Noch am Samstagmittag vor dem geplanten Festakt (zum 90jährigen Gedenken an den Turnverein Stühlingen) am Abend saß ich schwitzend an der Schreibmaschine. Gisela drängte zum Aufbruch, während die letzte Seite noch geschrieben werden musste.
Im Festzelt legte ich einige Zettel ins fertige Manuskript, um dann prima vista eine Laudatio zu improvisieren, die wegen ihrer Unmittelbarkeit wie eine Bombe einschlug…
Noch nie ist mir nach einer Ansprache so sehr von allen Seiten gratuliert worden; noch nie hatte ich mich im Vorfeld einer Veranstaltung so sehr abgerackert…“

Buch 27| Oktober 1991
Vergriffen

 
 
   
  

Alfred Hugenberger...

...Ein Dutzend seiner Gedichte

„In jedem Falle passt auf ihn Goethes Spruch aus den ‚zahmen Xenien‘:
„Ich bin ein armer Mann,
Schätze mich aber nicht gering:
Die Armut ist ein ehrlich Ding,
Wer mit umgehen kann.“
Alfred Huggenberger demonstriert uns im Leben und Werk das Eintauchen ins Wesentliche.
Genügsam seine karge Scholle bebauen.
Er ist ein alemannischer Bauer, der sich zäh und verbissen um die Früchte der Erde müht, dessen Hände mit dem Stein, der Erde, dem Harz und Holz, mit Gras und Getreide umzugehen imstande sind, um Früchte zu gebären. Er wohnt in einer überschaubaren Welt, die alles in sich trägt, was dem Herzen mundet…
Da ist Zartheim und Lauterkeit, Träume wie Honigwaben, Märzwind und Wolkenzug…
Alfred Huggenberger stammt aus dem Thurgau; sein Geburtsort heißt Bertschikon, im Weiler BEWANGEN ist er am 26. 10. 1867 geboren…“

Buch 31| Dezember 1991
Vergriffen

 
 
   

Erinnerungen an Freunde

Pflanzen Natur Kultur Lebenslinien

„Was wäre dieses Land ohne das von keinen Systemen abhängige Wirken von Pflanzen, den Tränentälern versonnener Waldlichtungen, den längst vergessenen abseitig lebenden Kulturschaffenden, …die…mit Poesie die Sammelsurien von Widersprüchen in filigrane Nuancen verwandelten…
Auch das Tagpfauenauge und der Trauermantel sind nicht ausgestorben; sie zeigen sich dem Suchenden. Man kann sie finden…
So habe ich mich schon in jungen Jahren zum Abseitigen hin… aufgemacht und habe in der Vergessenheit Organismen, Wesen gefunden, die in ihrem Werk Geständnisse ablegten, Zeugnis gaben.
Nur mit dem Bleistift, dem Schreibblock und einer Kamera bewaffnet, suchte ich den Hauch eines Schmetterlingsflügels zu erhaschen.
Fast alle, meist längst verstorbenen Menschen sind bis heute meine Freunde geblieben.
Das schreibe ich, während bei böser Kälte rund um meine Burg Gänseblümchen und die Dotterblume sich zum kraftvollen Blühen anschicken.“

„In meinen alten Unterlagen blätternd, tönt… die Hoffnungsfreude von Wiese, Wald, Wasser, Wurzelwerk. Die Natur wertet nicht; sie dankt für die geringste Anteilnahme; sie vermählt sich mit dem, der ihr Handreichung gibt…
…der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden mit dem kränklichen, menschlich ungewöhnlich zarten Wesen Jakob Weber.
Von Anfang an war er mir aufgefallen, wie er gewissermaßen mit seiner sanften Art das disparate Grüppchen (Schwarzwaldverein) zusammenhielt und mit kundigen Worten in gar sparsamer, doch aufrichtiger Art wie nebenbei ein substantiell respektgebietendes Wissen von sich gab, das mir Neuland war.
Man bedenke, ich war gerade erst sieben, acht Jahre lang Lehrer, immer noch vollgepfropft mit lebensfeindlichem Wissen der Akademie, wo man nicht fähig gewesen war, die Natur vor der Haustüre in die Bildung einzubeziehen. Und da stieß ich nun als junger Stühlinger Schulleiter auf Jakob Weber, wegen eines schweren Lungenleidens längst pensioniert… an meinen interessierten Fragen muss er gemerkt haben, dass es mir um mehr ging als um den Blumennahmen, die Baumart, dem Gesteinsbrocken, eher ums Eintauchen ins Sein.“

Buch 37| Mai 1992
Preis: 30 Euro

 
 
   
  

Die „Hohenlupfen“-Kolumne im Südkurier

Elmar Zimmermann vom 27. August 1966 bis 15. Juli 1972

„Ich widme diese Schrift meinem väterlichen Freund, Herrn Dr. Artur Wacker, Aachen, der sich in der „Krummen Furch“ in Stühlingen seinen Alterssitz gebaut hatte und leider viel zu früh verstorben ist.
In tiefsinnigen Gesprächen hat er mich zum Wesentlichen des Daseins geführt. Er hat mich gelehrt, an erkannten Wahrheiten festzuhalten in der Freiheit der Eigenverantwortung…
Dieser exzellente Geist hat die Dokumentation „Stühlinger Hefte“ herausgebracht, eine Kulturschrift…
Wir beide handelten nach dem Sinn, nach der uns auferlegten Botschaft: wir wollten etwas bewegen.“

„Wir beide… passen uns nicht an, leisten Widerstand gegen Korruption, Massenwahn… Dafür werden wir aber auch geschmäht, verleumdet, verfolgt, verleugnet.
Aber wir geben nicht auf, niemals.“

„Um Tat und Wahrheit in Übereinstimmung zu bringen, habe ich die mir erreichbaren HOHENLUPFEN-Beiträge zusammengestellt.
…zunehmend von Feinden gepeinigt, habe ich seinerzeit unbekümmert mein Lied gesungen.
Mitzuhelfen, seiner Zeit Wert zu verleihen, das war die Absicht der HOHENLUPFEN-Artikel, das bereitete mir höchste Vergnügungen.“

Buch 38| Mai 1992
Als CD erhältlich: Preis: 15 Euro

 
 
   

Chronik des Streichorchesters Stühlingen

Erika Feederle: Aufzeichnungen…

 

 

Buch 49| März 1993
Vergriffen

 
 
   
  

Paul Cezanne und Marginales über den Manierismus

Zwei Kunstaufsätze

 

„Mario hat mir von einem nordirischen Friedhof, er sagte, der genaue Ort sei Glencolombkille, eine zerbrochene Steinplatte gebracht. Auf dem… eingeritzt war:

Sacred to the Memory of the Quin…

Der Rest war unleserlich, in den vielen Jahren, während denen die zerbrochene Platte über die Friedhofsmauer geworfen worden war, abgewittert.

Der Zahn der Zeit, wie man zu sagen pflegt.

Diese Platte ist höchstens drei Zentimeter dick; Sandstein … Ich sah in der … Platte mit der unvollständigen Inschrift ein köstliches Geschenk…

Einige Tage zuvor hatte ich den zweitgrößten Maler der Weltkunst (der größte ist für mich Rembrandt) in einer Art Grisaille-Malerei an meine Hauswand neben der Eingangstür gemalt. Ich zeichnete Cezanne von einer Daguerre-Typie ab. Sein kahler Schädel ist durch einen Filzhut geschützt. Er trägt eine Gärtnerschürze, hat beide Hände tief in den Hosentaschen versteckt und blickt mit finsterem, reservierten Blick auf den, der ihn ablichten möchte.

Das war ja in jener Zeit eine aufwendige Prozedur.

Also, ich hatte Cezanne gerade an meiner Hauswand verewigt, da kam Mario0 mit seinem Land-Rover daher, trug die Platte auf seiner Schulter, als sei sie eine Flaunfeder – und schon purzelte mir der Satz aus dem Mund: „Die kommt mir gerade recht.“

Ein paar Tage später hatte ich sie unter dem Cezanne-Portrait befestigt. „Quin“ war durchgestrichen und jeder konnte jetzt lesen:

Sacred tot he Memory of Cezanne…“

 

Buch 51| April 1993

Digitalisiert als CD erhältlich. Preis: 8 Euro

 
 
   

Apokryph Ereignetes an der Realschule Stühlingen

Statt einer Chronik 1

Heute ist der 25. August 1993; unter mir tost das Wasser in des Lochbachs Enge, am Horizont und darüber ein bleigegossener Himmel, im Tal wallen Nebelschwaden. Meine Steinquadern stehen verwittert, verhärmt, fest gründend. Das wäre so recht die Kulisse für leidbeschwerte Stunden.
Aber ein milder Wind streichelt meine Haut; im Garten durften die Königskerzen, die Pfefferminze, die karminroten Wicken. Mein Acantum hat Blüten angesetzt wie nie zuvor. Über den Teich wuchten sich die Balsamien in die Höhwe, erscheinen wie ein Dom…
Es ist eine Lust, solches wahrzunehmen…
Das sind allerbeste Voraussetzungen, die mich die Grundakkorde zu dieser Arbeit mit Lust anschlagen lassen. Wie im Faust die Schönheit des Augenblicks als Maß des Lebensgefühls für seine Existenz in Anspruch nehmen will.
In Urberg war ich allein, da gab’s keine Probleme, auch bei Krankheit nicht, denn ich war nie malade. Die fünf Jahre in Weizen waren problemlos, weil ich das Glück hatte, wunderbare Kollegen zugewiesen zu bekommen.
Als man mich dann nach Stühlingen holte, geschah dies unter falsch eingeschätzten Voraussetzungen. Ich dachte nämlich, die Volksschule bliebe in der gewachsenen Form bestehen. Da war jenes trutzige, ehrwürdige Gebäude am Stadtweg, in dem der Geist meines einzigartigen Vorgängers, Oberlehrer Gustav Häusler wehte, dazu ein Kollegium, das sich um das Erhaschen von Sonnenstaub, um das Filtrieren von Regenbogenfarben mühte…
Die neue Schule an der Hallauerstraße war als Volksschule projektiert. Mit dem Umzug, den Schüler und Lehrer gemeinsam durchführten, floss der Geist des Kastens am Stadtweg mit.

Buch 55| September 1993
Digital als CD erhältlich. Preis: 10 Euro

 
 
   
  

Fragmentarische Erinnerungen an Gustav Häusler…

…und seine kulturellen Taten in der Presse

Ich habe das Wort des Giulio Andreotti immer für falsch gehalten: „Die Macht zerstört den, der ihr ausgesetzt ist.“
Freie Menschen an einem freien Ort, das muss doch tragen.
In den Folterkammern der Verantwortung war ich unfähig, das Böse in seiner vielfältigen Gestalt zu orten. Manches erschien mir zu schwerfällig, zu plump, totalitär, um es ernst zu nehmen, während die Werte immer mehr dahin kümmerten.
Die harte Kargheit produzierte Risse, die freilich von keinem Regen geschlossen wurden…“
„Leopold Utz… war für mich der Inbegriff eines von der Scholle gprägten Bürgermeisters, der als einstiger Landwirt wohl sein Wissen aus dem Wachsen in Feld, Wald, Wiese gezogen hat und als Bürgermeister in Bonndorf und Erzingen durch Kontinuität, Beharrlichkeit und im Bewahren seine schöne Seele demonstriert hat. Mein Großvater hat ihm immer wieder ein Hohelied gesungen, wenn es galt, eine väterliche, moralische Instanz zu illustrieren…
Aus der Distanz heraus agierte er zwischen Noblesse und Kollegialität, zeigte immer Dankbarkeit, wenn man ihm bei der Bewältigung von Problemen half… Er war ein Repräsentant mit Würde, ein Bindeglied zur ländlichen Bevölkerung, die seine außerordentlichen Fähigkeiten als Verhandlungspartner schätzte…“
„Das Neue hat schon begonnen: man muss es nur entdecken!“ (Jesus)
Der Mensch muss wieder eingreifen, handeln können, er muss sein Sein als Selbst-Sein verwirklichen, den Verabsolutierern, den Funktionären, den Herrschaftsapparaten, den Orten der Mittelmäßigkeit entgegentreten. Er darf sich nicht zum Sich-Beliebt machen hindrängen, er muss den Kompromiss hassen, sich nicht anpassen, angleichen, er muss sich wieder betroffen zeigen, Verantwortung übernehmen, seine Möglichkeiten einzig in der Freiheit sehen…

Buch 56| Oktober 1993
Digital als CD erhältlich. Preis: 10 Euro

 
 
   

Apokryph Ereignetes an der Realschule Stühlingen

Statt einer Chronik 2

…gemeinsame Konferenzen, gemeinsames Angehen der Probleme, keine Diskriminierung unter den Schülern, unter den Lehrern wegen der verschiedenen Bezahlung, die wohl ein Krebsübel der menschlichen Gesellschaft darstellt.
Es gab nur eine gemeinsame Schulentlassung: alle Projekte wurden gemeinsam durchgeführt. Die Lehrer wurden unabhängig ihres Titels als Fachlehrer in allen drei Schul’arten‘ eingesetzt, entscheidend war ihre Befähigung, die allerdings von mir eingeschätzt wurde.
Ich kann mich nicht erinnern, dass es zwischen den Schularten ein einziges Mal zu Zwistigkeiten gekommen wäre; nie gab es, für sich sichtbar, Eifersüchteleien…
…erläuterte am Beispiel Stühlingen, wie es durch Differenzierung, Integration, Strukturisierung zu einem wohlabgewogenen Organismus kommen könne, wie jede Schulart trotzenormen Lehrermangels von der anderen profitiere…
Für mich war Theaterspielen idealer Deutschunterricht, da Schüler ihre Rolle nuir glaubhaft darstellen konnten, wenn sie die Maske ihrer Rolle durchstoßen hatten und sich mit dem Menschsein auseinanderzusetzen begannen…. Doch waren es immer ‚klassische‘ Stücke, aus denen man menschlich reichen Gewinn ziehen kann.
Mein Theaterabonnement in Schaffhausen - zusammen mit meiner Frau – war für uns weniger Unterhaltung als Möglichkeit, Welttheater in uns aufzunehmen…
Wichtig ist zu erwähnen, dass ich meist vor dem Unterricht, in der großen Pause, an Nachmittagen probte. Letzteres hatte enorme Probleme, da die auswärtigen Schüler fast alle von den Eltern gebracht werden mussten. Aber diese zogen mit, obgleich ihnen niemand fürs Benzin einen Pfennig zahlte.
…Wer Theater spielt, gelangt an den Wesenskern des Göttlichen. Was waren das für schöne Zeiten, sich aus der hohen Kultur eine eigene Kultur zu formen!
Was waren das für menschenwürdige Zustände, die auch den Unterricht befruchteten…

Buch 57| Oktober 1993
Digital als CD erhältlich. Preis: 10 Euro

 
 
   
  

Das Streichorchester Stühlingen …

 

…unter der Leitung von Adolf Amann. Chronik, Band 2

Buch 58| Dezember 1993
Vergriffen

 
 
   

Der Besuch

Mit Fotografien von Dietmar Koschmieder

Als mich einer fragt, was mich an meiner Lebensweise an diesem Ort fasziniere, habe ich es leicht:
Wer von Euch weiß von den Liebkosungen des Windes?
Was für eine Schönheit, wenn zu Winters Zeiten die Kälte ganz klare Gedanken in den Raum stellt!?
Das Tröpfeln des Regen, das eine Musik beschert, als würde sich die Schönheit des Erlebens in wunderbarste Facetten auffächern.
Das Rauschen der Bäume zur abendlichen Stunde.
Das Erleben der vier Jahreszeiten am gegenüberliegenden Hang – die Vieldeutigkeit im ständigen Wiederkehren.
Die Wunder einer Tierwelt, welche mich mehr lehren, als ich aufnehmen kann.
Die täglichen Wunder am vielgestaltigen Himmel…
Und dennoch will niemand… Verbrüderung mit dem…, dä e Öderli meh hät!

Buch 59| Februar 1994
Digitalisiert als CD erhältlich. Preis: 15 Euro

 
 
   
  

Apokryph Ereignetes an der Realschule Stühlingen

Statt einer Chronik 3

 

 

Buch 61| April 1994
Digitalisiert als CD erhältlich. Preis: 15 Euro

 
 
   

Apokryph Ereignetes an der Realschule Stühlingen

Statt einer Chronik 4

 

 

Buch 62| Juni 1994
Digitalisiert als CD erhältlich. Preis: 15 Euro

 
 
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